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Das war wohl das einschneidest Erlebnis meiner Tochter im Physikum, die Not OP. Dabei konnte sie natürlich nicht viel machen, aber es war Wahnsinn, hatte sie mir immer wieder gesagt. Ein Polizist war damals in eine Schießerei verwickelt worden und hatte einige Schusswunden. Der musste ganz schnell operiert werden, sonst wäre er gestorben. Ich nehme die Spannung mal lieber weg, die Ärzte haben ihr bestes gegeben und es ist wieder gut! Aber so bei der OP, das war ein wahnsinniges Gefühl, sagte sie immer, dass irgendwie alles verändert hatte bei ihr. Das war das erste Mal, dass sie dabei war, wie aktiv ein Leben gerettet wurde. Der Patient hat gekämpft und es dank deren Hilfe auch gut überstanden. Nach der OP war dann nichts mehr so wie vorher. Sie war daran beteiligt, dass ein Leben gerettet wurde. Für dieses Gefühl hatte ich so viele Opfer gebracht und sich durch ein hartes Studium geprügelt, was sie fast ein paar Mal abgebrochen hätte. Zum Glück hat sie es durchgestanden! Ich könnte nicht stolzer sein!
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Als meine Tochter dann endlich Freunde gefunden hatte, ging es Berg auf. Ich habe das sofort gemerkt, denn am Telefon wirkte sie zu dieser Zeit wirklich immer sehr glücklich. Das tat ihr gut und ich habe mir natürlich auch immer sehr viele Sorgen gemacht, weil sie halt lange Zeit niemanden kennen gelernt hatte. Da war es eine echte Wohltat, als sie mir immer erzählt hatte, was sie am Wochenende mit ihren neuen Freunden gemacht hatte. Und auch die Arbeit im Krankenhaus wurde immer besser, kann ich mich erinnern. Das war wirklich ein richtig schönes Erlebnis für mich, dass alles so gut gelaufen ist. Denn als alleinerziehende Mutter habe ich mir natürlich immer sehr viele Sorgen um meine Tochter gemacht.
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Dann eines Tages rief sie mich am Telefon an und sagte mir, dass sie doch eine Freundin kennen gelernt hatte. Ich war überglücklich. Sie ist eine Schwester gewesen und die beiden haben damals immer sehr viel zusammen unternommen. Auch jetzt noch sind die beiden eng befreundet. Eigentlich ist es komisch, denn so eine Ärzte Schwester Beziehung ist eigentlich sehr unüblich. Aber meiner Tochter machte das nichts. Außerdem war sie ja sowieso noch kein richtiger Arzt. Sie hatten sich zufällig bei der Pause kennen gelernt und direkt gut verstanden. Sie war ungefähr in ihrem Alter und auch noch gar nicht so lange in Bern. Sie wollte damals auch Medizin studieren, hatte aber nicht das Abi dafür. Dann hat sie sich eben für eine Karriere als Schwester entschieden und meinte, dass sie diesen Schritt bis jetzt noch nicht bereut hat. Außerdem war sie ein echtes Goldstück. Direkt hatte sie meine Tochter auch ihren Freunden vorgestellt und sie hatten sich alle samt gut verstanden.
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Irgendwann während des Physikums war sie mal richtig depri. Das lag daran, dass ich zwei Tage hier bei ihr war. Dann musste ich aber wieder fahren. Und das hatte sie glaube ich richtig fertig gemacht. Sie war so traurig deswegen und hatte mich, ihren Freund und ihr zuhause so sehr vermisst, wie noch die. Das vergesse ich im Lebtag nicht. Zum Glück hatte sie noch mit einer Freundin aus dem Studium telefoniert, die auch wegen ihres Physikums im Ausland war. Sie war in Frankreich irgendwo und ihr ging es ähnlich, wie meiner Tochter. Auch sie meinte, dass das praktische Arbeiten im Krankenhaus und das Helfen und Behandeln ihr wirklich sehr viel Spaß macht, sie aber auf der anderen Seite auch gerne nach Hause will, weil sie dort in Frankreich, genau wie meine Tochter in der Schweiz, sehr einsam war. Es gab damals für meine Tochter nur Arbeiten und Schlafen. Zuhause war dann schlimm für sie, weil sie zu viel nachgedacht hatte…
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Ich bin sehr froh, dass ihr die Arbeit in der Klinik so viel Spaß gemacht hat. Besonders während einem Studium wie Medizin, was wahrscheinlich so hart ist, wie kein anderes auf der Welt, hat man immer mal wieder mehr oder weniger große Zweifel, ob man das richtige tut. Neben den harten Klausuren, die man bestehen muss, ist es wirklich schwer daran zu glauben, dass der spätere Beruf als Arzt einem dann überhaupt noch Spaß machen kann. Aber genau so ist es gerade. Sie ging in der Arbeit wirklich richtig auf. Wenn ich daran denke, wie oft ich wegen dem Studium schon mit ihr heulend am Telefon hing und sie drauf und dran war, das alles hinzuschmeißen, müsste ich mir eigentlich auf die Schulter klopfen, dass sie das alles, trotz der vielen Rückschläge, die man im Laufe des medizinischen Lebens hinnehmen musste, so gut durchgestanden hat. Ihre Zweifel, dass Medizin doch nicht das Richtige für sie sein könnte, waren zu dem Zeitpunkt so gut wie weggeblasen.
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Meine Tochter war in einer ganz tollen Klinik in Bern. Das ist leider relativ weit weg von Zürich und weil sie hier kein Auto hatte kam sie da nicht so gut hin, selbst wenn sie die Zeit dafür hätte, nicht ganz so einfach hin. Aber das machte in dem Moment nichts, denn sie hatte ja sowieso keine Zeit für sowas. Die Arbeit in der Klinik war übrigens echt anders, als ich gedacht habe. Es machte ihr sehr viel Spaß. Sie war in dem Moment, erinnere ich mich, so etwas, wie eine Assistenzärztin. Und das Gefühl ist doch schon ein ganz anderes, als wenn man im Hörsaal sitz, sagte sie mir immer. Dort hatte sie direkt von der ersten Minute an ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit bekommen. Die Ärzte hier respektierten sie obwohl, sie nicht auf deren Niveau bin. Hier musste sie nicht bloß Kaffee kochen ;) sondern hatte richtig viel Verantwortung. Und das machte ihr wirklich sehr viel Spaß, sagte sie immer.
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Ich kann mich noch erinnern, als sie umgezogen ist, wegen ihrem Physikum. Das war eine harte Zeit für mich und ihren Mann (er war damals aber noch ihr Freund) Sie war in Bern, was am Anfang echt nicht leicht für sie war. Zwar war es ein Vorteil, dass sie für die Arbeit, die sie im Physikum machte, Geld bekomme und so sehr viel sparen konnte, weil ich sie ja auch nicht immer so gut finanziell unterstützen konnte. Aber hart war es schon. Trotzdem will ich euch gerne davon erzählen, weil das, was damals passiert war, sehr interessant war und auch ein wirklich großes Erlebnis für meine Tochter. Oft sprechen wir noch darüber und jedes Mal erfahre ich noch etwas neues. Das ist sehr schön und macht mich auch sehr glücklich. Denn jetzt hat sie es geschafft. Aber es war auch ein harter Weg…
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Oft war sie kurz davor, das Studium einfach hinzuschmeißen. Mein Schwiegersohn hat sie des Öfteren auch davon abhalten müssen, sonst hätte sie es bestimmt auch getan. Vor allem am Anfang war es ganz schlimm für sie. Aber auch für die meisten anderen wär es nicht schön. Denn wenn man am Anfang eines Medizinstudiums steht, dann macht man alles, außer Medizin. Sie hatten so viel Bio und Chemie, dass man gar keine Lust mehr hatte, überhaupt weiter zu machen, sagte sie mir immer. Einzig und allein Anatomie im dritten Semester war ein Lichtblick. Das soll jetzt nicht makaber klingen, aber das war das erste Mal, dass man wirklich etwas gemacht hatte, was in die gleiche Richtung geht, wie das, was sie auch werden wollte. Die praktische Arbeit, so dumm das auch klingen mag, hatte sie da schon sehr glücklich gemacht und wenn das nicht gewesen wäre, dann hätte sie ganz sicher etwas anderes gemacht. Aber die Entscheidung weiter zu machen hat sie bis jetzt noch nie im Leben bereut!
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Nach dem Abi kam dann aber erst die richtige Arbeit auf sie. Da sie ja ein gutes Abi hatte, wollte ich, dass sie auch dann was draus macht. Und weil ich ja durch die Krankheit von mir in diesem Feld vorgeprägt war, wollte sie auch etwas machen, um den Menschen zu helfen. Weil ihre Noten es zugelassen haben und ich sie auch immer mit Entscheidung auch sehr unterstützt habe, hat sie sich dann auch für Medizin entschieden. Während des Studiums hat sie dann übrigens auch meine Schwiegersohn kennen gelernt und wir hatten auch das Glück, beide so gut zusammengepasst haben. So sind wir nicht nur ein Paar, sondern jetzt auch verheiratete Eltern. Aber gerne erinnere ich mich auch an die gemeinsame Zeit während des Studiums. Auch wenn das so hart für sie war, dass ich eigentlich gar nicht mal so gerne darüber rede. Aber ich habe es immer am Telefon mitbekommen…
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Bei meiner Tochter ist es nicht diese klassische Geschichte, das beide Eltern oder nur ein Elternteil Arzt sind, sondern eher das Gegenteil. Sowohl ich als auch mein Mann haben nicht studiert und sie bin der einzige aus der Familie, der es beruflich weit gebracht hat. Schlimm finde ich das nicht. Angefangen hat es damit, dass ich eine chronische Krankheit bekommen habe. Das fand sie schon als junges Mädchen so schlimm, dass sie mir gerne helfen wollte, damit es mir nicht so schlecht geht. Und irgendwann habe ich ihr dann Medizinbücher gekauft und sie hat sie gelesen, damit sie mehr weiß und auch, wie sie mir helfen kann. Dieser Gedanke hatte sich dann immer weiter ausgeprägt und als sie mit der Realschule fertig war, wusste sie, dass jetzt noch nicht das Ende gekommen war. Sie hatte weiter gemacht und ein gutes Abi hingelegt.
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Meine Tochter und ihr Mann sind jetzt am Wochenende umgezogen. Und das hatte alles wirklich ganz prima geklappt. Umzüge, das weiß ich aus eigener Erfahrung, sind ja nie so leicht. Aber bei den beiden, bzw. bei den drein hatte alles wirklich auf Anhieb prima geklappt. Viel Arbeit war es zwar trotzdem noch, das bleibt ja gar nicht aus. Aber durch das Studium haben die beiden auch viele Freunde und Bekannte zusammen bekommen, die geholfen haben. Deswegen haben sie dann auch alles an nur einem Wochenende perfekt geschafft. Und ich muss sagen, dass die Wohnung wirklich ganz toll aussieht. Sie ist sehr groß, sodass auch Lisa ein wirklich tolles großes Zimmer bekommen hatte, was genau das richtige für sie ist, da bin ich mir sicher. Allerdings muss sich meine Tochter und auch ihr Mann jetzt um eine Stelle hier im Krankenhaus, bzw. in einer Praxis bemühen. Bei Ärzten ist es ja fatal, wenn die zu lange aus der Materie raus sind…
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Bald ziehen meine Tochter und ihr Mann, mein Schwiegersohn endlich hier in. Sie haben letztens schon den Vertrag unterschieben für die neue Wohnung. Und ich kann es kaum noch abwarten, bis es endlich soweit ist! Ich bin auch letztes Wochenende schon zu ihnen gefahren und habe meiner Tochter geholfen, schon ein paar Sachen einzupacken. Weil jetzt ihr Medizinstudium vorbei ist, hat sie auch viel Zeit, sich darum zu kümmern. Nächste Woche soll dann der Umzug von statten gehen. Und ich freue mich mindestens genau so sehr darauf, wie sie selbst auch. Dann können wir endlich wieder als Familie zusammen leben und uns öfter sehen. Denn auch ich bin oft alleine und dann traurig. Da bin ich richtig froh, dass sich das bald ändern wird.
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Die letzten Vorbereitungen für den Umzug sind soweit abgeschlossen. Gestern sind die beiden wieder vorbei gekommen, um sich die Wohnung noch einmal mit mir zusammen anzusehen. Und eine kleine Überraschung haben sie mir auch mitgebracht. Nämlich meine Enkeltochter Lisa! Und ich kann euch sagen, sie ist vielleicht wieder groß geworden! Dann haben wir vier uns die Wohnung angeguckt, die wirklich sehr schön und auch sehr groß ist. Den Rest des Tages habe ich mir dann etwas gegönnt. Ich habe die beiden jungen Eltern auf einen Stadtbummel geschickt und den ganzen Nachmittag mit Lisa zusammen gespielt! Ich kann es kaum erwarten, dass alle bald hier wohnen werden!
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Ist es zu fassen? Mit der Wohnung haben die beiden jetzt alles geregelt. Kaum zu glauben, dass Lisa, meine Enkeltochter schon fünf Jahre alt wird! Wo ist die Zeit nur geblieben. Aber jetzt will ich, dass sie sich bei der Oma wohlfühlt, denn die neue Umgebung ist bestimmt am Anfang komisch für sie. Da habe ich mal für ein Geburtstagsgeschenk nachgeguckt. Es sollte etwas ganz tolles sein. Ich bin da auf eine Annonce gestoßen „Kinder Fasching Kostüme“. Das fand ich eine wirklich gelungene Idee. So richtig schöne Kinder Fasching Kostüme sind doch genau richtig, oder nicht? Welches Kind (vor allem, weil ja auch bald Karneval ist) würde sich nicht über richtig tolle Kinder Fasching Kostüme freuen? Dass ich da nicht schon früher drauf gekommen bin! Denn damals konnte keine schönen Kinder Fasching Kostüme kaufen, als meine Sandra noch klein war. Dafür hat mir einfach das Geld gefehlt. Und ich bin mir sicher, dass nicht viele Leute für einen Kindergeburtstag einen so schöne Kinder Fasching Kostüme kaufen wollen. Also wird mein Geschenk für meinen kleinen Liebling eine ganz besondere Sache. Ich bin jetzt schon ganz gespannt, wie sie darauf reagieren wird. Aber jetzt werde ich mich mal ranmachen nach den Kinder Fasching Kostüme suchen, die muss es ja irgendwo im Internet geben.
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Letzte Woche kam dann der spontane Anruf. Ich bin jetzt schon komplett aus dem Häuschen. Zwar weiß ich schon länger, dass die beiden bald mit dem Studieren fertig sind, aber so ganz blicke ich da auch nicht durch. Aber dann kam die große Überraschung. Die beiden haben beschlossen wieder nach Hause zu ziehen, zu mir. Also natürlich nicht zu mir in die Wohnung, da wäre ja gar kein Platz für die beiden. Aber sie wollen direkt in meine Nähe ziehen, so dass ich schon zu Fuß zu den drein rüber laufen kann. Besonders freut mich das für meine Enkelin und mich. Denn ich habe sie seit ihrer Geburt nicht viel zu Gesicht bekommen. Wenn die drei an Weihnachten kommen, oder ich zum Geburtstag, dann bin ich immer ganz fassungslos, wie groß die kleine schon wieder geworden ist!
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Ich bin wirklich wahnsinnig stolz auf meine junge Tochter Sandra! Sie hat es geschafft, ihren Mann schon auf der Schule kennen zu lernen. Anfangs hatte ich in die Beziehung keine so großen Hoffnungen gesetzt, denn wer lernt schon mit siebzehn die Liebe seines Lebens kennen? Aber da hat mich meine Tochter überrascht, denn sie und Gregor sind jetzt schon lange ein Paar, eine Ehepaar. Und zu allem Überfluss haben sie mich auch noch mit einem Enkelkind gesegnet. Und das alles haben die beiden während des Studiums geschafft, gerade so, als wäre es wirklich einfach. Möglicherweise war es das auch, denn die Liebe verleiht einem ja bekanntlich Flügel. Leider hat es bei mir und meinem Mann Erwin nicht so geklappt. Nach Sandras Geburt hat er uns beide verlassen. Und so habe ich meine Tochter alleine aufgezogen. Deshalb bin ich wahnsinnig glücklich, dass sie schon in jungen Jahren so einen tollen Mann kennen gelernt hat.
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